Abdominalchirurgie
Die Abdominalchirurgie befasst sich mit Eingriffen in den Bauchraum. Sie dient der operativen Behandlung von Erkrankungen der inneren Organe. Minimal-invasive Verfahren haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem fest etablierten und bewährten Standard in der Abdominalchirurgie entwickelt.
Leistenbruch (Hernie):
Die Operation von Leistenbrüchen erfolgt in minimal-invasiver Technik. Die transabdominelle präperitoneale Plastik (TAPP) bietet gegenüber anderen minimal-invasiven Verfahren den Vorteil, dass man Einblick in den Bauchraum nehmen kann. Die Organe können oberflächlich auf etwaige Veränderungen begutachtet werden.
Mithilfe der TAPP-Technik kann zudem auch die Gegenseite des zu operierenden Leistenbruchs eingesehen und bei Vorliegen eines weiteren Bruchs simultan ohne zusätzliche Schnitte mitversorgt werden. Dabei wird ein Kunststoffnetz vor die Bruchpforte eingelegt.
Bauchwand- und Narbenbrüche (Hernien):
Die Versorgung von Bauchwand- und Narbenbrüchen erfolgt über drei kleine Hautschnitte in Schlüssellochtechnik. Dabei können auch etwaige Verwachsungen durch Voroperationen simultan gelöst werden. Vor die Bruchpforte wird ein spezielles Netz gelegt, das nicht mit den Organen verwachsen kann, das sogenannte intraperitoneale onlay mesh (IPOM).
Refluxkrankheit (Sodbrennen):
Durch Wiederherstellung der Ventilfunktion im Magen-, Speiseröhrenübergang kann die Erkrankung ursächlich therapiert werden. In minimal-invasiver Technik erfolgt eine Umhüllung der Speiseröhre durch den obersten Magenanteil. Die Einlage eines Kunststoffnetzes ist nicht erforderlich.
Verwachsungsbeschwerden (Adhäsionen):
Nach Voroperationen konventioneller als auch minimal-invasiver Art können Verwachsungen im Bauchraum auftreten, die zu heftigen, teils kolikartigen Beschwerden führen können, die Verdauung und bspw. auch einen Kinderwunsch beeinträchtigen. Nach Ausschluss organischer Ursachen können die Verwachsungen in minimal-invasiver Technik gelöst werden.
Gallensteine:
Die Entfernung der Gallenblase bei Steinleiden erfolgt ebenfalls in Schlüssellochtechnik. Bei der Frau kann auf Wunsch die Operation über natürliche Körperöffnungen erfolgen (natural orifice transluminal endoscopic surgery (NOTES)).
Akute oder chronische Blinddarmentzündung:
Die Entfernung des Blinddarms bei akuter und chronischer Entzündung erfolgt über 3 winzige Hautschnitte. Auf Wunsch kann der Eingriff bei der Frau, wie auch im Falle der Gallenblasenentfernung, über natürliche Körperöffnungen erfolgen (natural orifice transluminal endoscopic surgery (NOTES)).


Priv. Doz.
Dr.Michael Imhof
Endokrine und
Abdominale Chirurgie
ATOS
KLINIK HEIDELBERG
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